alles banane

unser plan fuer freitag war es bekanntermassen ja, den heiligen berg – adam’s peak zu besteigen. da es am schoensten sein soll, auf dem steilen gipfel den sonnenaufgang mitzuerleben, startete die besteigung erst in den tiefen der nacht. was also tun, den ganzen tag, bei regen, regen, regen?
nun, wir entschlossen uns das umland auf dem fussweg zu erkunden. eine kleine kirche aus der zeit der britischen besatzungszeit sollte unser ziel sein.

des wandern ist des muellers lust

der weg dorthin war wenig spektakulaer, immer wieder streiften wir kleinere guruppen von frauen die mit eifer und elan die frischen teepflanzen ernteten. auch die lins und rechts sich zeigende flora und fauna durften wir auf diese weise von nah bestaunen. angekommen bei der kleinen kapelle bot sich uns ein duesteres bild. nebelschwaden und eine mystische stimmung umgaben diesen ort heiligen ort. einen kleinen friedhof passierte man bis das verschlossene eingangstor auf der linken seite zu erkennen war. die grabdenkmale unterschiedlichen alters verstaerkten durch ihre gravuren die beschauliche stimmung.
eine freundliche dame mittleren alters wollte uns dann den blick in die kriche nicht weiter vorenthalten, sie sperrte uns auf und führte uns ein. ein blick in die bibel bestaetigte die jahreszahl 1879, fuer diese lange zeit ein gut erhaltenes exemplar. abschliessend sollten wir uns auf afforderung hin noch im gaestbuch verewigen – was uns selbstverstaendlich eine ehre war.
eine weitere gruppe franzosen suchten ebenfalls diesen ort zum kurzen verweilen aus. und nicht nur. mit einer schier ueberheblichen arroganz stellten sich zwei dieser gruppe vor einen strauch inmitten des friedhofs und urinierten vor sich hin. als waere es das normalste auf der welt seinen beduerfnissen immer und ueberall freien lauf lassen zu duerfen. eine respektlosigkeit gegenueber dem ort, denen die dort begraben sind und nicht zuletzt auch gegenueber jenen die dort taeglich dafuer sorgen, dass der ort ansehnlich und sauber erscheint.
wieder zu hause angekommen verbrachten wir den restlichen tag mit lesen und darauf warten bis es 1h morgens war.

adam’s paeak

eine der wichtigsten pilgerstaetten der buddhisten, schliesslich soll auf diesem begr buddha einen ueberdimensionalen fussabdruck hinterlassen und von dort aus ins nirvana uebergegangen sein. zur pilgerzeit sollen hier taeglich in den nachtstunden 20.000 (!) leute hochkeuchen. waherend unseres besuchs waren es vielleicht ein paar hundert die die tausenden stufen bis zum gipfel hinter sich liessen.
doch auch andere weltreligionen beanspruchen den fussabdruck fuer sich. fuer die hindus stammt er von shiva oder vom gott saman, die christen sehen darin entweder den abdruck vom heiligen thomas oder von adam – dem auch die moslems glauben schenken.

der aufstieg

er war ein beschwerlicher, steiniger und vor allem finsterer … bestueckt mit einer taschenlampe ging es los. da diese jedoch bis zum gipfel sicher nicht halten wuerde, machten wir sie nur bei sehr unuebersichtlichen stellen an. der gesamte weg war recht gut ausgepflastert, teilweise betoniert, spaeter dann ging es nurmehr ueber steile stufen hinauf. wohl auch deshalb, weil die 1000 hoehenmeter auf einer strecke von 4,5 km kaum zu bewaeltigen waeren.
mit fortschreitendem weg, steigender hoehe und ansteigendem puls stellte och mir immer wieder die selben fragen – wer kommt auf die idee hier so dermassen unterschiedliche stufen zu bauen; wer komm ueberhaupt auf die idee stufen zu bauen und wie lange muss dieses vorhaben wohl gedauert haben. bei den stufen war alles dabei, zwischen breit, hoch, tief, eng, schmal, schief, krumm … musste man sich auf alles einstellen. nicht lustig. noch weniger lustig jedoch – so war meine vermutung, muss dann sicherlich der abstieg sein 🙂
die letzten meter, die sich besonders steil den gipfel emporschlaengelten, kaempften wir uns dann auch noch hoch, dann war es geschafft.

der gipfel

oben angekommen, 4.20 morgens, brrr. schweinekalt. ein eisiger wird peitscht zwischen den mauerwerken. der gipfel zeigte sich komplett verbaut, ein kleines hochplateau mit einigen laeden (fuer pilger) und wenigen schlafmoeglichleiten. komplett durchgeschwitzt entledigten wir uns erstmal unserer kleidung und entschieden uns fuer die waermere variante, funktionswaesche, softshelljacke und gefuetterte regenjacke. dennoch, weiterhin kalt (!). mir war komplett schleierhaft mit welchem gedanken die jungen britinnen gegenueber von unten losgegangen sind. mit hochrotem kopf, leicht bekleidet – das outfit glich eher der klassischen strandausruestung – sassen sie in sich zusammengekauert und trotzten dem wind. nun war langes warten angesagt. fuer knapp vor 6h war der sonnenaufgang angekuedigt.
langsam wurde es lichter und mit zunehmender helligkeit auch waermer. ein atemberaubender ausblick vom vierthoechsten gipfel sri lankas. wie gezeichnet wirkte nebenldecke im tal, die immer wieder von anderen kleinen hueglen durchbrochen wurde.

der abstieg

nachdem wir oben alles gesehen hatten, der fussabdruck aktuell nicht zur schau zugaenglich gemacht wurde, ging es wieder bergab. meine vermutung bewahrheitete sich schnell. das runtergehen beanspruchte vor allem die knie – nicht als fuer all jene, die probleme mit diesen hatten. immer wieder zeigten sich uns besondere aufblicke, die ueber den beschwerlichen abstieg und die etwas einseitige belastung hinwegsehen liessen. auch eine sehr interessante wand die zum klettern einlaedt, wurde gesichtet 🙂
unten angekommen gings auch gleich wieder auf direktem wege zum guesthouse. waherend der langen fahrt zurueck bekam ich einen unglaublichen gusto auf bananen, keine ahnung woher der kam. jedenfalls hoffte ich zum fruehstueck welche bekommen zu koennen. angekommen und zum fruehstueckstisch hingesetzt brachte man uns neben toastbrot und caffee auch zwei bananen 🙂