der wind, das himmlische kind…

wie ferngesteuert wurde das heutige morgenprogramm absolviert. aufstehen, zähne putzen, anziehen und ab zum frühstück. als erster im raum, konnte ich mir am ausladenden tisch den platz aussuchen. die ruhe wehrte nicht lange, bald waren alle vollzählig. heute war auch Hannes mit von der partie – zwar etwas angeschlagen, aber immerhin.nach erfolgreichem brotstreichen und belegen ging es auch schon wieder los. rein in den bus, auf nach raut, dort lag der ausgangspunkt zum heutigen tourenziel – schwalbenkofel. knapp über 1.000 höhenmeter sollten es werden.

wetter- und lawinenlage – check

erst mal das auto gestartet, durften wir das erlernte vom vorabend am realen beispiel ausführen. die wetter und lawinenlage abklären… bei warnstufe drei und über 2.000 m teilweise stufe vier, da sollte man schon wissen, wo man einen fuss vor den anderen setzt. Alex, ein deutscher austauschstudent aus hannover übernahm die ehrenvolle arbeit des vorlesens. interpretieren durften wir dann alle 🙂 mit diesem wissen ausgestattet durften wir nun hänge und 35, bzw. unter 30 grad begehen… aufgrund der vielen schneeverfrachtungen war aber dennoch überall vorsicht geboten.

ein dumpfes rumms…

Flo startete voraus, Stefan und ich hinterher – der erste hang, nicht wirklich steil und auch wenig spektakulär. wir waren ja auch erst losgegangen. keine gefahr also – ein irrglaube. Flo setzte den fuss auf, machte sich ein dumpfes rumms bemerkbar – ein schneller blick, ein kurzer schauer über den rücken… so machte sich der anriss eine fast freigetretenen schneebretts bemerkbar. in etwa 30 meter lang zog sich der riss über den unteren scheitel eines grades unter dreißig grad neigung… wir waren alle ganz still, herzklopfen machte sich bemerkbar. eine wichtige erfahrung. eine kurze lagebesprechung mit dem bergführer folgte inklusive einer anekdote einer tour die er vor einem jahr mit einer gruppe gemacht hatte… nachdem sich alles wieder beruhigt hatte, gingen wir weiter.

materialschwäche

der weg führte uns durch den wald, dicht gefolgt von lichtungen die sich immer wieder abwechselten. eine gemütliche wanderung bei sonnenschein. bei unserem ersten halt zeigte sich ein materialdefekt beim schuh von bergführer Stefan. die niete welche den schaft seines schuhes mit dem rest verband, war gebrochen. da hilft nichts besser als rohe gewalt. irgendwie brachte er es fertig, dass er dennoch weitergehen konnte.

pulverschnee und sonnenschein

nach und nach machte sich auch wieder unser alter freund, der wind bemerkbar. kurz vor dem gipfel befanden wir uns in einer ähnlichen situation wie gestern. starke böen und kaum eine chance gegen diese anzukämpfen. in den kurzen windpausen stiegen wir immer weiter hoch, dem gipfel entgegen. oben dann wieder dasselbe spiel wie gestern – abfellen, schuhe anschnallen und ab die post, den berg hinunter. pulverschnee zauberte uns zeitweilig ein lächeln auf die lippen, doch die immer wieder wechselnden schneeverhältnisse machten die abfahrt trotzdem sehr anstrengend. an einer hütte im fast windstillen bereich war dann jausenzeit angesagt. entspannt und im sonnenschein genossen wir alle unsere wegzehrung. abschließend noch die letzten schwünge  bis zum auto und dann noch den klassischen einkehrschwung zur nächstgelegensten kneipe 🙂 letzteres war alles andere als leicht zu finden. scheinbar ist das lesachtal vom akuten lokalsterben betroffen…