heimat bist du schöner land

kurzfirstig habe ich mir eine woche auszeit genehmigt. ursprünglich waren es nur zwei tage die ich geplanter weise in arco am gardasee verbringen wollte. geführte mehrseillängentouren von donnerstag bis sonntag sollten die tage süßer stimmen. doch entschied sich mein arbeitgeber ebenso kurzfristig gegen die austragung dieser alpinen herausforderung wie ich mich für die ganze woche urlaub aussprach. dennoch wollte ich mir die laune nicht verderben lassen und schüttelte sogleich den plan b aus dem handgelenk. freitag ab nach hause zu meinen eltern, samstag über den brenner ein befreundetes ehepaar besuchen und sonntag rauf in luftige höhen.

seekofel

spontanität dürfte für die aktuelle zeit den grundtenor stimmen. Michi und sein bruder Thomas waren ebenso mit von der partie den dürrenstein, in der nähe des pragser wildsees, zu erklimmen. dabei kam uns quasi beim start der glorreiche gedanke, die tour nochmals umzukrempeln und diese auf dem seekofel – direkt über besagtem wildsee, enden zu lassen.

time is money

bei strahlend blauem himmel stapften wir los, knapp nach 9 uhr morgens. Thomas gab den schritt vor. ambitioniert, dachte ich anfangs. recht schnell hasteten wir an den diversen asiaten vorbei, die ebenfalls den weg nach oben suchten. etwas unkoordiniert tapsten sie mit ihren stöcken im leichten geröll herum. sie machten nicht den sichersten eindruck. auch deren gepflogenheiten die haut bis aufs letzte fleckchen zu verdecken, muss nicht immer die weiseste entscheidung sein. ich war jedenfalls froh, auf jeden unnötigen fetzen stoff verzichten zu können. es dauerte nicht lange, bis sich die ersten schweisperlen auf stirn und achselhöhlen bildeten. bei dem tempo auch kein wunder. reden war nicht. war aber auch nicht schlecht. so wird man nicht abgelenkt und kann zu sich selbst innehalten – ein schönes gefühl. bald erreichten wir den ersten rastpunkt – 20 minuten eher als angeschrieben.

steile wege, hohe felsen

nach der kurzen rast wurde der weg sichtlich steiler, steiniger und unbequemer. ein sicherer tritt in jedem fall ein muss, ansonsten kann es schnell mal wieder bergab gehen. trotz der hohen konzentration aufs gehen konnten wir die herrliche bergkulisse genießen. die kalkigen wände der dolomiten, die karge landschaft die im hohen grün weiß-kontrast mit dem blauen himmel um die wette strahlte. einfach traumhaft. nicht minder atemberaubend die felsformationen, wie sie einst durch die beben der natur geschaffen wurden. schicht für schicht reiht sich eine auf die andere, bis hin zum gipfel.

der magen knurrt

am zweiten rastpunkt angekommen, war er auch schon da. der hunger. man konnte nicht leugnen, dass die zwei stunden wanderzeit und die damit einhergehende anstrengung, spurlos an uns vorbei ging. doch jetzt waren erst zwei drittel geschafft. wir mussten uns noch mindestens eine stunde hoch auf den gipfel hieven. wie gut dass die jungs daran gedacht haben, etwas obst als kleine wegzehrung mitzuführen. eine marille und ein „pfeascha“, das musste reichen. und sogleich gings dann auch wieder weiter. noch steiler und mit noch mehr verkehr. die ersten gruppen kehrten dem gipfel schon wieder den rücken. zu diesem zeitpunkt war ich noch frohen mutes, die letzte passage bald geschafft zu haben. was ich aber nicht wusste, das gipfelkreuz stand weit hinter dem in sichtweite liegenden scheitelpunkt. es zog sich also noch ein bisschen – in summe eine stunde – ehe wir dann den blick ins tal und zum smaragdgrün-schimmernden bergsee genießen konnten. fein!

noch immer hunger

auch wenn es schön gewesen wäre weit mehr zeit am gipfel zu verbringen, der hunger zwang uns zum abstieg zur hütte. mit schnellen schritten bewegten wir uns richtung hochplateau. dazwischen immer wieder kurze begegnungen mit wanderern deren daseinsberechtigung manches mal in frage zu stellen sei. aber gut – man hat in den medien nichts von schweren verletzungen oder dergleichen gehört, also dürfte auch alles glatt gegangen sein. bei der hütte angekommen, durften wir uns über die kulinarischen köstlichkeiten und die überaus zuvorkommende preispolitik erfreuen. einfache kost – polenta mit bratwurst und als nachtisch eine sachertorte mit unendlich viel sahne 😉
der hunger war gestillt, dann wollen wir mal wieder den berg runter.

planschplansch

relativ zügig haben wir den weg nach unten beschritten. da kam der see gerade noch recht auch unseren füßen eine kurze abkühlung zu genehmigen. bis zu den knien sind wir rein ins wasser – und es war sprichwörtlich „sooooo“ kalt. aber dennoch tat es gut. nach den knapp 1400 höhenmetern und in etwa 14 km wegstrecke kamen wir voller freude wieder am auto an – gut erholt und zufrieden. eine gelungene wanderung in der ach so schönen heimat.