hörner gegen mähne – der kampf um den kamm

es war wieder soweit. die augen öffenten sich langsam. das ins zimmer eingedrungene tageslicht versetzte den körper in eine positive stimmung, der geist entschied sich schlussendlich fürs aufstehen. kurz alles zusammengepackt, die tagesroute besprochen und dann konnte es eigentlich schon losgehen. fotoshooting für Ulrikes gewerbeabsichten stand am programm. am strand versteht sich. meer, wellen, freiheit – die leichtigkeit im sinn des lebens finden.

der letzte schliff

Ulli bereitete sich sorgsam auf die ablichtung bei ungewissen wetterverhältnissen vor. um auch vor ort gegebenenfalls noch kleinere nachbesserungen an gesicht und haarlage machen zu können, bat sie mich darum, ihre sachen in meine tasche geben zu dürfen. selbstverständlich war das kein problem. ich nahm die drei utensilien und räumte sie ein. bis auf den kamm – mein ausgeprägter sinn für sauberkeit sagte mir „löse die haare aus dem kamm heraus“. ohne widerwille und meiner inneren stimme folgend, versuchte ich den kamm zu enthaaren. nicht erfolglos, es konnte aber besser sein – so dachte ich in meiner sauberen welt – ging in die küche, nahm eine gabel aus der lade und dann wurde ich erwischt.

sternwelten

plötzlich stand da ein gehörntes widderweibchen vor einem sanftmütigen löwenmännchen, das alles andere als damit einverstanden war mit dem was mit dem kamm geschah. die feuergeladenen sternzeichen prallten geistig voll aufeinander und dabei inhaltlich komplett aneinander vorbei. es war so, als wollte der löwe seine eitelkeit darlegen und beim widderweibchen für positive stimmung sorgen. dieses wiederum reagierte aufbrausend und impulsiv, so als wäre sie in tief berührt in ihrem innersten, verletzt worden. die kurze, punktierte episode brachte eines zum vorschein – ehe das löwemännchen unverrichteter dinge von dannen zog – ein zugang, zwei welten, zig interpretationsmöglichkeiten. vielleicht sollte der mähnenträger in seiner egozentisch geprägten welt, nicht immer von seinem wohlergehen auf ebendieses von anderen schließen.

der reinfall

die situation war kurzzeitig etwas angespannt, dann aber wieder normal, herzlich und ungezwungen. wir machten uns also auf dem weg zum mittagstisch. es war ja schon wieder mindestens zwölf stunden her, als wir das letzte mal etwas festes zwischen den zähnen hatten. an einem attraktiven platz, unweit vom lokal entfernt wo wir bereits am vortag zu mittag gegessen haben, ließen wir uns nieder. es schien alles ganz normal. essen kam, war ok – nichts außerordentliches. ungewöhnlich war nur der preis, den wir zum schluss präsentiert bekamen. für das gleiche geld bekamen wir am vorabend einen herrlich gegrillten fisch, wein, vorspreise… und hätten dann sogar noch mit dem taxi nach hause fahren können. so war dieses lokal der reinfall des urlaubs. dennoch ließen wir uns die stimmung deshalb nicht weiter verderben.

zeitlos

zu fuß im gleichschritt marschierten wir richtung hauptplatz um von dort aus mit der tram zum entdeckerdenkmal hingebracht zu werden. viele versuche einen legalen aufenthalt in der tram zu ermöglichen, scheiterte daran, dass der automat mit unserem geld nichts anzufangen wusste. mehrmals und auch verschiedene ticketspender probierten wir, doch jedes mal spuckte das teil unser geld wieder aus. da soll mal einer sagen, die portugiesen hätten es notwendig 🙂 am zielort fast angekommen – ich konnte Ulli davon überzeugen die letzten stationen zu fuß zu absolvieren – kamen wir am hafen vorbei. stündlich soll dort der anker richtung trafaria losgelassen werden. ein blick auf die uhr deckte schließlich eine fehler in unserer planung auf. wir hatten eigentlich zu wenig zeit um beides zu machen, denkmal ansehen und dann noch nach trafaria auf den strand fahren fotos machen. die fähre legte vor unseren augen die leinen los, eine weitere stunde warten, wäre zuviel gewesen. kurzes beratschlagen förderte den plan zutage, mit einem taxi zum strand zu fahren. gesagt getan.

fotoshooting

am strand zeigte sich die sonne dann nurmehr selten. leider. dafür gab es wind. nicht so stark wie bei meinem letzten aufenthalt auf den bergen – aber doch durchaus frisch, streifte die kühle atlantikluft durch unser haupthaar. war aber egal. fotos mussten her. also warf sich Ulli in pose. x verschiedene aufnahmesituationen in unterschiedlicher kleidung bescherten durchwegs brauchbares bildmaterial.

ein drink zu viert

Peter – mein kletterfreund aus graz – ist mit einer bekannten zum selben zeitpunkt auch nach lissabon gefahren. sie beide trafen wir gestern abend nach dem essen auf ein gemeinsames trankerl. abschließend ließen wir den abend am aussichtspunkt direkt oberhalb unserer wohnung bei geschichten aus unserem leben, ausklingen. wieder ein gelungener tag vollgepackt mit interessanten erfahrungen.