kuessen verboten

banane, schmerzt mein kreuz. und mein mund sieht aus, als haette ich eine dicke lippe riskiert. aber alles der reihe nach.

am spaeten vormittag haben wir gestern zusammen mit zwei spanierinnen tissa wieder verlassen und sind in richtung mirissa aufgebrochen, eine kleine stadt naehe matara. schoen in einer bucht gelegen, laedt das kleine oertchen zum planschen und verweilen ein. erstmal angekommen, starteten wir die suche nach einer passenden bleibe. der zweite anlauf bot uns dann auch gleich das richtige. also ab in die badehose und runter zum direkt anschliessenden strand. bevor wir uns nun im wasser austobten, der hohe wellengang bot ideale voraussetzungen hierfuer, noch schnell was trinken und das panorama geniessen. einige wenige strandbesucher tauchten bereits in die wellen und hatten sichtlich spass am salzigen nass. nicht laenger wollten auch wir noch darauf warten. schnell noch ein brett zum unter den bauch klemmen ausgeborgt und rein ins vergnuegen. zum surfen fehlt uns bis dato noch die noetige experise.

wellenreiten

eine welle nach der anderen versuchten wir fuer uns zu beanspruchen und mit diesem gleitding unterm bauch bis an die kueste zu kommen. mehr schlecht als recht funktionierte das ganze am anfang. bald hatten wir den dreh aber raus und nahmen die eine oder andere wasserlawine im richtigen moment. eine besonders hohe bahnte sich an. ich war schon im etwas seichteren gewaesser unterwegs, versuche sie aber dennoch zu nehmen. keine gute idee. die welle drueckte mich mit voller wucht auf den meeresboden, das brett verstaerkte dies noch zusaetzlich. mit dem gesicht voraus schrammte ich den boden entlang, der restliche koerper wurde zur embryo-stellung geformt, bis ich mich ueberschlug. ein ungewollter „purzagogl“ (purzelbaum) sozusagen. waehrenddessen hoerte ich alle knochen einzeln „gratschen“ – aua!
der mund, vollgespuelt mit sand, fuehlte sich komisch an. ein erster check ergab: zaehne sind alle noch drinnen, dennoch blutete ich. f**k, ich duerfte mir durch den druck mit meinen zaehnen im unterkiefer einiges aufgeschabt und schnittwunden zugefuehrt haben. scheibe tat dies weh, als waere ich gerade von einem elefanten getreten worden. die erste prognose vom herrn doktor (Michi) deckte sich auch gleich mit jener des bademeisters – muss genaeht werden.

tatuetataa tuk-tuk

da aktuell, so die aussage des ersthelfers, kein wagen zur verfuegung gestanden ist, wichen wir aufs tuk-tuk aus um in die naechstgelegene privatklinik zu fahren. dort zeigte man sich ueberaus freundlich. der erste arzt schickte mich gleich zum zahnarzt, dieser musste jedoch erst mal kommen. eine gute halbe stunde spaeter war er dann da und konnte das malheur begutachten. „uhh, this looks not good. is a deep cut.“ so seine aussage, die wenig zur beruhigung beitrug. witers fuehrte er an, dass kleinere arterien gekappt wurden und deshalb alles so stark blutet. mit einem halben kilo watte im mund, fuehlte ich mich wir eine gestopfte gans. dann kam die spritze. er legte meinen mund lahm. kein gefuehl mehr, alles taub. war zwar angenehm, nichts mehr zu fuehlen, dennoch blieb ich waehrend dem ganzen prozedere sehr angespannt. immer wieder bedankte sich der arzt fuer meine „good cooperation“ – als haette ich eine wahl ;-). 16 stiche spaeter war sein werk vollendet und mein mund wieder intakt. aeusserlich kann man nichts erkennen, bis auf die geschwollenen lippen. essen solte ich auch alles koennen, nur ins wasser gehen waere auf anraten die ersten tage zu vermeiden. kuessen ist zwar nicht verboten, ich meine aber, in diesem zustand nicht sehr angenehm.

um die schmerzen in zaum zu halten, therapierten wir mich mit diversen cocktails. Michi zeigte sich solidarisch, geteilter schmerz ist halber schmerz 😉