powder, powder, powder – denkste…

Gestern gingen die Lichter sehr früh aus, der Sandmann kannte keine Gnade mit mir. Um 22.30 Uhr war Zapfenstreich und das war auch gut so :-). Wie die Tage davor, fand ich mich um 6.50 Uhr am Frühstückstisch ein und belegte schon mal die Mittagsbrötchen. 8.15 Uhr Abfahrt – heute Ausnahmsweise mit dem eigenen Auto – ich wollte nachher noch Elmar in Lienz zu seinem Geburtstag gratulieren – was ich dann auch tat.

Mit dem Shuttle zur Hütte

Treffpunkt war der Greithof bei Lienz – also eigentlich ober Lienz, noch ein Stückchen weiter nach dem Tristacher See. Von dort aus ging es dann mit dem Shuttlebus bis zur Dolomiten Hütte. Von diesem Ausgangspunkt trabten wir los mit dem Ziel über die Karlsbader Hütte, die Ödkarscharte zu besteigen. Diese liegt knapp unter 2.600 m und soll bei den aktuellen Verhältnissen kein Gefahr darstellen. Die ersten paar Hundert Höhenmeter waren soweit auch kein Problem. Bis zur Karlsbader Hütte ging alles flott und ohne große Zwischenfälle.

Geniales Panorama

Bereits mehrmals war ich mit dem Mountainbike zur Karlsbader geradelt – einfach eine supergeniale Tour. Bei guten Wetterverhältnissen ein echter Tipp für Panoramahungrige. Im Winter ergab sich mir jedoch noch nie die Gelegenheit die wilde Einöde zu erkunden. Leicht bedeckt zeigte sich der Himmel, immer wieder blitzte die Sonne durch und wärmte unsere Gesichter. Dennoch ein atemberaubender Anblick dieser Bergkrone, eingebleicht im weißen Schnee. Die Berggipfel stechen empor wie einzelne kleine Vulkane.

Mit viel Schweiß und Spannung Richtung Ziel

Am ersten Etappenziel angekommen, trennten sich die Wege unserer beiden Gruppen. Wir stiegen weiter auf, während die andere Gruppe noch eine Einheit Schneekunde genoss. Ab der Karlsbader Hütte war dann auch Schluss mit gemütlichem Dahinschreiten. Viele Schneeverfrachtungen entlang des Hochplateaus machten den Aufstieg zunehmend schwerer. Die Schneeverhältnisse wechselten sich teilweise sogar mit jedem Schritt nach vorne ab. Mal ging es gut, mal ging es mehr rückwärts als vorwärts. Die kleine Herausforderungen bis man dann am Gipfel endlich mit dem wahnsinns Ausblick belohnt wird. Bis dahin waren es aber noch 400 Höhenmeter. Eine wahre Tortour. Die letzten Meter vor dem Ziel waren dermaßen eisig, dass kein Weiterkommen fast unmöglich war. Die Kanten bekamen am reibungslosen Untergrund fast keinen Halt, ich rutschte immer wieder aus. Die permanente Körperspannung hielt mich jedoch am Berg und verhinderte ein Abrutschen. Wäre auch ein langer Rutscher geworden 🙂

Hallo Welt

Der Gipfelsieg war da. Ein Traum. Alle Strapazen waren vergessen. Berg heil!

Pulver war gestern, heute ist hart und Eis

Die Abfahrt gestaltete sich äußerst schwierig und nicht minder kräftezehrend. Zwei mal tauchte ich ein in den kühlen Schnee. Einmal brach mir einfach so der Ski weg – ohne irgendeine Ankündigung. Fast so, als wollte er mir sagen – er mag nicht mehr. Dennoch konnte ich ihn dazu animieren mich heil und unversehrt wieder zur Dolomiten Hütte zu bringen. Anders erging es da unserem Kameraden, dem Simon. Auch er machte einen ungewollten Ausflug in den Schnee. Bei diesem verdrehte er sich sein Knie, dass die restlichen Touren wohl ohne ihn stattfinden werden. Laut ärztlicher Diagnose sind die Bänder im Knie gezerrt – Ruhe und Schonung verschrieben die Medizinmänner in Lienz.