redbull 400

montag, 5.55 uhr, der wecker lässt mich standardmäßig zum wochenanfang die nachrichten hören. Michi, der noch auf besuch bei mir im bett lag, schlief noch ein bisschen weiter. recht hatte er. ich begab mich von der waagerechten in die senkrechte und bemerkte sogleich ein ungemütliches ziehen im rücken. gab dem leichten schmerz aber keine weitere beachtung. abends dann noch ein bisschen workout und es sollte alles besser werden. denkste. keine verbesserung in sicht. dienstag war ich zum klettern verabredet, samt rückenschmerz wollte ich nicht absagen. kann ja schließlich nur besser werden. denkste. am mittwoch viel mir jede bewegung schwerer denn je. sitzen war ja schon seit montag nicht wirklich angenehm, nun konnte ich mir nicht mal mehr die schuhe selber binden. 

hilfe naht

was nun also tun. am samstag standen die 400 m in bischofshofen am programm. wollte ich aber auch irgendwie nicht absagen. also erst mal einen termin beim physiotherapeuten checken. parallel noch ein paar kleine helferlein in der apotheke besorgen und stoßgebete in den himmel schicken. donnerstag abend klebte ich mir wärmepflaster auf den rücken und wie durch ein wunder ging es am freitag schon um welten besser als vorher. freitag dann auch noch einmal das selbe spiel und davor noch um masseur.

tag der entscheidung

samstag morgen wollte ich dem trügerischen gefühl was meinen rücken betraf, noch nicht so recht trauen. aber was blieb mir anderes übrig als einfach mal hinzufahren. Peter holte mich (fast) pünktlich bei mir zu hause ab und dann ging es schon in richtung sprungschanze. knappe drei stunden später erreichten wir den ort des geschehens. startsackerl abholen ging recht flott und ohne große zwischenfälle. kurze vorbereitung beim auto, kleidung wechseln, wärmecreme einschmieren und hoffen dass nichts zwickt.

erster vorrundenlauf

für das finale musste man sich erst mal qualifizieren. hierzu gab es dann in summe neun vorläufe. Peter und ich durften gleich als erste ran. die ersten 195 sieger der vorläufe durften sich dann nochmal die schanze hochquälen. frohen mutes, dass wir dies auch schaffen können, stand bei uns vorher aber noch ein bisschen einwärmen auf der agenda. der rücken scheint es gut mit mir zu meinen. ich konnte keinerlei schmerzen ausfindig machen. oder vielleicht wollte ich mich einfach nicht spüren, kann auch sein. wie dem auch sei…

auf los gehts los

countdown von 10 auf 0, dann ein schuss aus der pistole und das feld startet richtung schanzentisch. nicht zu schnell starten, hieß es anfangs. alles was man vorher verheizt, bekommt man nicht wieder zurück. die ersten hundert meter liefen problemlos. die zweiten hundert bereiteten zunehmend probleme. die bewegungsapparat wollte nicht so wie der kopf es sich dachte. schnell machte sich die übersäuerung im körper bemerkbar. knapp nach der halbzeit wurde die strecke wieder etwas flacher, aber ans aufstehen war nicht zu denken. weiter ging es auf allen vieren. die koordination der extremitäten wurde immer schwieriger, vom atmen (schnaufen, oder nach luft schnappen) nicht zu reden. weiter gehts. nicht denken. nur schnaufen und abwechselnd eine hand / fuß nach dem anderen.

der schanzentisch

endlich am schanzentisch. an laufen war immer noch nicht zu denken. aufrecht gehen nur mit einbußen. die hände stüzen sich abwechselnd an den knien ab. hin und wieder bot sich auch das geländer an den körper weiter in richtung ziel zu ziehen. der puls, gefühlt auf 220, schlug fast durch die decke. alles pochte. die letzten meter, jetzt nur nicht aufgeben. einige kontrahenten konnte ich im entsprechendem „windschatten“ hinter mir lassen. nun die letzte hürde vor mir – rauf über die holzwand und rein ins ziel. geschafft.

trinken ist nicht

oben angekommen, zeigte sich den zuschauern ein schmerzvolles bild. durchwegs geplagte gesichter, größtenteils sitzend oder liegend und nach atemluft ringend. nach ein paar minuten verschnaufen, ging es dann aber schon wieder. nur trinken konnte man nicht wirklich etwas. es gab zwar hilfsbereite einsatzhelfer die auch für ausreichend wasser sorgten, trinken sah man dennoch die wenigsten.

leider nein

nachdem wir uns von der anstrengung erst mal wieder erholt hatten, konnten wir den restlichen nachmittag gechillt in der sonne, bzw. im schatten verbringen. im athletenzelt gabs ausreichend speis und trank zum nulltarif. außerst löblich. auch das gebotene programm, durchaus sehenswert. die flugshow war eines der high-lights. ein gänsehauterlebnis, wie die mutigen springer bodennah und in extremer geschwindigkeit die landung einleiteten. nicht auszudenken, was hätte passieren können, wäre einer mit den beinen im steignetz hängen geblieben… nach den ganzen vorstellungen, sowie staffelläufen und dem ladiesrun kamen dann auch schon die ergebnisse. wir waren leider nicht dabei. schade. aber so haben wir schon ein ziel für das nächste jahr. hier gibts noch das offizielle video.