über den wolken…

…muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…!!!

Aller Anfang ist schwer

Heute morgen fiel mir das Aufstehen und vor allem den wachen Zustand beizubehalten, sichtlich schwer. Die vier Touren die vergangenen Tage in den Füßen machten sich bemerkbar. Nichtsdestotrotz wurde auch die heutige Tour gestartet. Ziel: Polinik, kurz vor dem Plöckenpass auf der linken Seite und dann rein in die Natur. Heute präsentierte sich die Wildnis im Hochnebel. Die Nebeldecke trübte anfangs leicht die Stimmung, doch nach den ersten paar Höhenmetern wich der Nebel den ersten Sonnenstrahlen. Ein spannendes, energiegeladenes Bild. Und von Oben herab zog sich der Nebel durch jedes Tal und wir in der Sonne 🙂

Ein langer, schneller Weg

Auf die ersten Höhenmeter folgten viele in die Waagerechte – Stefan, unser Bergführer entschied die ersten Schritte über den Forstweg nach Oben zu machen. Weil dieser recht flach und eher weit war, ging er dafür das doppelte Tempo – ein Waldlauf auf Skiern sozusagen. Es war muxmäuschenstill – keiner hatte genug Luft auch nur ansatzweise zu sprechen. Kurz vor der ersten Waldlichtung dann die erlösende Frage: „Wollts a Trinkpausn mochn?“ Was für eine Frage – logisch! Danach führte uns der Weg abseits vom Forstweg durch das letzte Stückchen Wald und dann über ein steiles Feld zu einer Almhütte. Auch den Weg bis dorthin legte Stefan eher steil aus – steiler als sonst. Er verriet uns, heute würde es wohl recht gut gehen bei ihm, besser als die Tage davor. Nun, dass auch wir an diesem Konditionsschub teilhaben sollten, finde ich grundsätzlich OK, nur am fünften Tag in Folge… verkehrte Welt 🙂

40°

Nach kurzer Pause bei der Almhütte ging es dann weit gemächlicher von statten. Über ein langes Feld ging der Weg immer weiter hinauf. Eine leichte Anhöhe bot die letzte gemütliche Gelegenheit ordentlich durchzuatmen. Danach führte die Route über einen knapp 40° steilen Hang bergauf. Spitzkehre um Spitzkehre, Schritt für Schritt kamen wir dem Ziel ein Stückchen näher. Nun kam auch der Moment der Harscheisen. Ohne wäre kräftezehrend und ungemütlich geworden, also rauf mit den Dingern. Sanft stachen diese in den Schnee, eine wahre Wohltat direkten im Vergleich. Als der Hang kurz vor dem Gipfel dann nochmals steiler wurde und zudem eine geringere Schneedecke aufwies, schnallten wir ab. Bewaffnet mit Stock und Muskelkraft bewältigten wir teilweise auf allen Vieren den Weg in luftige Höhen.

Gipfelsieg + Orientierungslosigkeit

Angekommen am eingeschneiten Gipfel, mal alles abschnallen. Versammelt am kleinen Plateau, runter mit dem Rucksack. Und da passierte es auch schon, links von mir ging es steil bergab – meine GPS-Uhr, die ich beim Start an den Gurt meines Rucksacks befestigt hatte, fiel haltlos auf den Boden, glitt weiter dem Stefan entgegen… Er versuchte noch mit seinen Stöcken zielsicher die Uhr aufzuhalten, jedoch keine Chance. Mit zunehmender Geschwindigkeit rutschte meine Garmin den Berg hinunter Richtung Tal – sie wurde nicht wieder gesehen. Wird sich von nun an wohl eine Gams oder Steinbock daran belustigen können, für mich ist sie jedenfalls weg. Die Suche danach wäre außer gefährlich nur leichtsinnig gewesen. Ein dummer Verlust – nun muss ich mich anders auf die Höhenmeter einstellen – Orientierungslosigkeit droht 🙂 .

Geile Abfahrt

Nach dem kurzen Aufenthalt am Gipfel, samt Genuss der Sonne, Höhenluft und dem außerordentlich geilen Panorama, stand der Abstieg am Programm. Zuerst mit dem Gesicht zum Berg, dann mit den Skiern die Abfahrt. Noch nie hatten wir so einen perfekten Schnee auf einem super Hang wie heute. Hat sich echt gelohnt der Aufstieg, gerne wieder.